![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
|
Der
Fachverband staatlich geprüfter Tauchsportlehrer (FST) kann acht neue
Tauchlehrer in seinen Reihen begrüßen: Robert Merkt, Jürgen Beckord,
Torsten Schulz, Alexander Weiße, Johann Warring und Kathrin Wolhlrab
haben am 8. Mai 2004 im ägyptischen Hurghada ihre Prüfung zum CMAS (G)-TL*
bestanden. Manfred Perschbacher legte die Prüfung zum TL** ab und Nils
Flottmann crosste als TL* von der CMAS Türkei zum FST und damit zur CMAS
Germany. Geleitet wurde die Prüfung von FST-Ausbildungsleiter Chris
Ullmann (CMAS(G)-Examiner) und FST-Präsident Frank Westermann (CMAS(G)-Examiner). Im
theoretischen Teil „durften“ die Anwärter den Vorträgen von Sven
Kahlbrock, Fachbereichsleiter Meeresbiologie des FST, Frank Westermann, Präsident
des FST und Chris Ullmann, Ausbildungsleiter des FST lauschen. Hier
bekamen sie den notwendigen theoretischen Background in den Fachbereichen
Medizin, Tauchtechnik, Tauchphysik, Meeresbiologie und Recht. Mit
besonderer Begeisterung wurden die meeresbiologischen Vorträge von Sven
Kahlbrock gehört, die anstelle von einer auch schnell zwei oder drei
Stunden lang werden konnten. Doch zumindest konnte sich anschließend
niemand mehr beschweren, nicht genügend auf die theoretische Prüfung in
diesem Fach vorbereitet worden zu sein. Außerdem können die neuen
FST-Tauchlehrer auf die Fragen ihrer Schüler, welchen Fisch sie unter
Wasser gesehen haben, künftig bessere Antworten als „das war Egon“
geben. Natürlich
mussten die Anwärter auch selbst Referate halten. Während sie sich bei
ihren Wahlreferaten einfache Bereiche wie Schnuppertauchen oder
Orientierung unter Wasser aussuchten, ging es bei den vorgegebenen Themen
schon härter zur Sache. Wie soll man 20 Minuten über einen Flügelrossfisch
referieren, von dessen Existenz man bis jetzt nicht einmal geahnt hat? Für
Alex Weiße kein Problem, auch wenn er während seines Vortrags eher Ähnlichkeit
mit einem „Zittelaal“ als mit einem Flügelrossfisch hatte. Besonders
beliebt machten sich die beiden Prüfer auch bei Robert Markt, der über
das Up-Stream-Ventil referieren durfte. Aber obwohl das Thema Robert eine
schlaflose Nacht kostete, wissen doch jetzt alle Teilnehmer der TL-Prüfung,
wie sich das Ventil der zweiten Stufe gegen den Druck öffnet. Die
Referate waren stets gut besucht. Zahlreiche Gäste der Basis entschlossen
sich, abends den Vorträgen zuzuhören, um sich weiterzubilden. Weil der
FST seine Tauchlehrer stets praxisnah ausbildet, wurden die Gäste tagsüber
von den TL-Anwärtern geguidet. Auch dabei gab es die eine oder andere Hürde
zu überwinden. Wie macht man beispielsweise ein Briefing für ein
Tauchgebiet, das man selbst noch nie gesehen hat? Dass dieses nicht nur
auf Deutsch, sondern auch auf Englisch und am liebsten noch auf Russisch
zu halten ist, erschwert die Angelegenheit nur unwesentlich. Auch
das Guiden von Gruppen mit mehreren Fotografen stellte sich als schier unlösbare
Aufgabe heraus. Zumindest von der Vorstellung, die Buddyteams eng zusammen
zu halten, musste Alex sich schnell verabschieden. Leider
hatten die beiden Prüfer die Angewohnheit, stets genau dann aus dem
Hinterhalt aufzutauchen, wenn man sie gerade gar nicht gebrauchen konnte.
Egal, ob der TL-Anwärter sich vertaucht hatte, seine Gruppe eigene Wege
ging oder er einen Steinfisch übersehen hatte, Frank und Chris waren
garantiert nicht weit. Den Abschluß der Vorbereitungswoche bildete die Prüfung zum Nitrox-Instructor, welche Jürgen Beckord, Nil Flottmann, Manfred Perschbacher, Thorsten Schulz und Alexander Weiße durchliefen. In
der zweiten Woche wurde es dann ernst. Sieben der ursprünglich acht Anwärter
stellten sich der Herausforderung und begannen mit der Prüfung zum
Tauchlehrer. Während
man sich in der Vorbereitungswoche morgens um sieben Uhr wahlweise zum
Schwimmen, Joggen oder für Apnoe-Übungen getroffen hatte, durfte in der
Prüfungswoche „ausgeschlafen“ werden. Erst um acht Uhr traf man sich
an der Basis, um mit dem Tauchschiff „Amr El Masry 1“ aufs Rote Meer
zu fahren. Während die Gäste in aller Ruhe ihre Ausrüstung
zusammenbauen oder die Ausfahrt aufs erste Riff genießen konnten, waren
die TL-Anwärter hellwach, mussten sie doch jederzeit damit rechnen, dass
es aus einer Ecke „Mann über Bord“ hieß und die Rettungskette
eingeleitet werden musste. Am ersten Riff angekommen, folgte in der Regel
zum wach werden eine Prüfungsaufgabe für die TL-Anwärter wie das Tauchen
ohne Maske, Konzentrationsübungen in 40 Meter Tiefe, Aufstieg unter
Wechselatmung oder ohne Flossen und Ähnliches. Anschließend
fanden Tauchgänge mit den Gästen der Basis statt. Schnuppertauchen mit
Anfängern und CMAS-Abnahmen standen genauso auf dem Programm wie das
Guiden von anspruchsvollen Tauchern, die mit Wünschen wie „Ich würde
heute gern Octopoden fotografieren“ oder „Sehen wir heute endlich
Delphine?“ so manchen TL-Anwärter an den Rand der Verzweiflung
brachten. Während
die Gäste nach dem Mittagessen an Bord in der Sonne lagen, mussten die
TL-Anwärter Referate halten, ihre Knotenprüfungen absolvieren, Ausrüstungen
warten und vieles mehr. Nach dem zweiten Tauchgang am Nachmittag ging es
dann zurück auf die Basis. Hier
blieb gerade ein wenig Zeit zum essen, um dann abends Theorie zu lernen,
Vorträge anzuhören oder Referate zu halten. Beim abschließenden
Deko-Bier konnte sich so mancher kaum noch auf den Beinen halten. Trotzdem
lagen auch hier die aufgeschlagenen Lehrbücher stets griffbereit. Am 8. Mai hatte die Mühe dann ein Ende: Nachdem sie
morgens noch anderthalb Kilometer geschwommen waren, tagsüber die
schriftliche mündliche Prüfung geschrieben hatten, stand fest: Alle
sieben Anwärter haben die Prüfung bestanden und werden künftig als FST-Tauchsportlehrer
im In- und Ausland arbeiten.
Zu den einfacheren Bereichen gehörte das Thema Seemannschaft, das sich bei der TL*-Prüfung auf die Knotenprüfung beschränkt.
Das neu erworbene Wissen wurde gleich an
die Basisgäste weitergegeben.
Nicht unbedingt zu den Lieblingsübungen zählte der geschwindigkeitskontrollierte Aufstieg aus 40 Metern Tiefe ohne Flossen.
Ma(e)nn(er)-über-Bord-Manöver wurden so lange trainiert, bis jeder Anwärter sie im Schlaf beherrschte.
Sven Kahlbrock, Leiter des Fachbereichs Meeresbiologie im FST, bereitete die TL-Anwärter auf die schriftliche Prüfung im Bereich der Meeresbiologie vor. Auf diesen wird im FST besonderer Wert gelegt.
Detaillierte Teamabsprachen waren an der Tagesordnung. Notfalls auch direkt nach dem Auftauchen.
Big Brother is watching you: Prüfungsleiter Chris Ullmann hatte seine Augen überall. Sehr zum Leidwesen der TL-Anwärter.
Auch der Umgang mit den Gästen einer Tauchbasis will gelernt sein. Schließlich sind Tauchlehrer im Ausland stets auch Animateure.
|
Das Küken: Alexander Weiße ist mit 23 Jahren der jüngste Tauchlehrer im FST. Sein – nicht ganz freiwilliges - Spezialgebiet: Der Flügelrossfisch.
Der einzige TL**-Anwärter im Team: Manfred Perschbacher beruhigte die blank liegenden Nerven der TL*-Anwärter, gab gute Tipps und kümmerte sich nebenbei auch noch um seine eigene Prüfung
Der Hilfsbereite: Robert Markt war stets bereit, seinen freien Tag zu opfern, um Gäste zu guiden, den Trockenraum aufzuräumen oder freiwillig den „Depp vom Dienst“ zu machen.
Hatte auch im größten Stress immer ein Lächeln parat: Jürgen Beckord, der coolste unter den Prüflingen. Am letzten Tag beschloss auch er, langsam mit dem Lernen anzufangen.
Die einzige Frau im Team: Kathrin Wohlrab zeigte den Männern nicht nur bei den Aufstiegsübungen, wo es lang geht, sondern schnitt auch bei der theoretischen Prüfung als Beste ab.
Der Pensionär: Johann Warring erfüllte sich einen Traum und machte seine Tauchlehrerprüfung. Das, was die Jungen ihm an Kondition voraus hatten, machte er mit jahrzehntelanger Taucherfahrung wett.
Torsten Schulz: Nicht mal ein gebrochener Zeh konnte ihn davon abbringen, seinen Tauchlehrer zu machen.
Hatte nicht umsonst auf seinen Flossen „U follow Nil“ stehen: Wo Nils Flottmann war, waren die weiblichen Fans meist nicht weit weg. Künftig bricht er im Auftrag des FST in der Türkei Herzen.
Beim Briefing lohnte es sich, gut zuzuhören. Denn wer sich später mit seinen Gästen vertauchte, wurde garantiert erwischt.
Das Prüferleben kann so anstrengend sein …
... sogar unser Gastprüfer Sven Kahlbrockmusste sich regenerieren und prägte damit : " den Sven machen".
Dreimal am Tag ging es mindestens ins Wasser.
Vielen Dank an eine starke TL-Truppe, Euer PrueferPack |
|
| Text und Fotos: Meike Carstensen |